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Drei Schülerinnen schauen durch einen gelben Rahmen und stellen das Bild "Der Schrei" von Edvard Munch nach.

Museum macht Schule

Das LWL-Industriemuseum und seine Partnerschulen ergänzen sich bei der Vermittlung von Informations-, Kultur- und Urteilskompetenzen in ihren Bildungsaufträgen.

Die systematische und auf Dauer angelegte Kooperation beider Institutionen, die über das Engagement Einzelner hinausgeht, etabliert eine strategische Bildungspartnerschaft in einer Kommune oder einer Region. Gleichzeitig eröffnet die Bildungspartnerschaft Museum und Schule eine Perspektive im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Museumsangeboten bzw. Unterrichtsstrukturen. Die Kooperationen können projektorientiert, zeitlich befristet oder auch unbefristet abgeschlossen werden und richten sich nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Partner.

Dortmund

Droste-Hülshoff-Realschule

Die Droste-Hülshoff-Realschule (DHR) und das LWL-Industriemuseum können auf eine rund zwanzigjährige Partnerschaft zurückblicken. Kooperation begann mit der gemeinsamen Erarbeitung einer Unterrichtsreihe für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 zum Thema Steinkohle im Fach Geografie. Daraus entwickelte sich eine dauerhafte Kooperation, die mehrere Bausteine enthält.

Die Bezirksregierung Arnsberg und die Schulleitung der Droste-Hülshoff-Realschule stellen jedes Jahr einen Lehrer für vier Wochenstunden frei, um die Kooperation mit dem Museum aktiv und lebendig zu gestalten. Dortmunder Realschulen können bei dem Geschichtslehrer kostenlose Führungen über die Zechenanlage machen. Seit 2015 nutzen die Geschichtslehrerinnen und -lehrer der Droste-Hülshoff-Realschule das Modul Museumkompetenz für die Unterrichtsreihe Industrialisierung in der Jahrgangsstufe 8.

Darüber hinaus kooperieren DHR und Industriemuseum seit 2008 bei Ausstellungen des LWL-Industriemuseums: Als Experten in eigener Sache gestalten sie Mitmach-Ausstellungen für Kinder und Jugendliche oder testen neue Angebote.

Ab 2020 bauen DHR und Zeche Zollern zusammen das #ZollernDigitalspace zur Stärkung der gegenseitigen Medienkompetenz auf.

Rheinisch-Westfälische Realschule

LWL-Förderschschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation

Die Rheinisch-Westfälische Realschule (RWR) und das LWL-Industriemuseum arbeiten seit 2016 mit dem LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg und Zeche Zollern zusammen. Für die Ausstellung „Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens“ entwickelten Schüler und Schülerinnen einen eigenen Multimediaguide in Deutscher Gebärdensprache (DGS) mit Trickfilmanimation. 2020/2021 starten Schule und Museum mit einer unbefristeten Kooperation. Sie umfasst pro Schuljahr einen Museumstag für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse, das Modul Museumskompetenz im Wahlpflichtbereich Kunst des Jahrgangs 8 und die Option der Berufsorientierung im Museum sowie spannende Ausstellungsbesuche und -projekte. Das Museum profitiert in der Kooperation vor allem von der digitalen und inklusiven Kompetenzen der Schule.

Recklinghausen

Hittorf-Gymnasium

Sechs Jahre lang, von 2008 bis 2014, kooperierten das LWL-Industriemuseum und das Hittorf-Gymnasium immer wieder projektorientiert miteinander. Lehrer und Schüler erarbeiten für die Großausstellung HELDEN im Kulturhauptstadtjahr 2010 in den Fächern Deutsch, Religion, Geschichte und Kunst eine Vielzahl von Exponaten für die Mit-mach-Ausstellung Helden-Werkstatt in der Henrichshütte Hattingen. 2013/2014 erarbeitete rund 500 Schülerinnen und Schüler unter Anleitung ihrer Lehrer eigenständig das "Unterweltenarchiv" (Foto) als künstlerische Intervention für die Ausstellung „Unterwelten“ auf Zeche Zollern in Dortmund.

2014 entschieden sich die langjährigen Bildungspartner ihre Zusammenarbeit in eine unbefristete Kooperation umzuwandeln, die das Museum strukturell fest und umfangreich im Schulprogramm verankerte. Seitdem arbeiten Schule und Museum, Lehrer und Museumspädagogen eng zusammen und fördern gemeinsam die Kulturkompetenz der Schülerinnen und Schüler von der Jahrgangsstufe 5 bis zur Q 1. Dazu gehört

  • der Kennenlerntag der Fünftklässler im LWL-Industriemuseum,
  • das Unterrichtsmodul Museumskompetenz für die Schüler im Neigungsfach Deutsch kreativ des siebten Jahrgangs und im Wahlpflichtfach Kunst der Jahrgangsstufe 8.
  • Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7-9 gestalten in Verbindung mit Sonderausstellungen eigene Werke, die im Format "Hittorfer Salon" Familie, Freunden und den Museumsgästen präsentiert werden.
  • Die Oberstufenschüler der Q 1 debattieren im "Türmchengespräch" über gesellschaftsrelevante Themen.
  • Jahrgangsstufenübergreifend nutzt die Schule das Museum für den MINT- Exkursion- oder Europatag.
  • Dem Hittorf-Gymnasium steht im Schiffshebewerk Henrichenburg als außerschulischem Lernort ein MINT- und Kunst-Klassenzimmer zur Verfügung.

Unna

Schillerschule

2015 haben Lehrerinnen und Lehrer der Schillerschule in Unna zusammen mit Kuratoren und Museumspädagogen das museumspädagogische Programm „Zechenklänge" für Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen auf der Zeche Zollern in Dortmund entwickelt. Dabei haben die Lehrkräfte die speziellen Kompetenzen und Erfahrungen aus ihrer Grundschule eingebracht: Multimediales Lernen mit allen Sinnen in inklusiven, leistungsorientierten Kleingruppen. Im Testlauf hatten die Kinder so viel Spaß, dass sie die Audio-Texte für die Spielanleitung auf den Tablets selbst einsprechen wollten. Das Ergebnis ist eine spielerische Erkundung der Zeche zwischen Geräuschmemory und Schnitzeljagd. Ausgestattet mit Lageplan, QR-Codes und Tablets ziehen die Kinder los und ordnen Klänge auf der Zeche historischen Objekten zu.

Künftig besteht die Kooperation aus regelmäßigen Museumsbesuchen der 3. und 4. Klassen in Dortmund, die Nutzung der „Zechenklänge“ und Lehrerausflügen an die Standorte des LWL-Industriemuseums.

Nicolaischule

Ab 2020 bauen das Museumsteam die Schüler-AG der Nicolaischule in Unna eine Modelleisenbahnanlage der Zeche Zollern nach historischem Vorbild der 1950er Jahre. Stück für Stück soll die Zechenanlage in den kommenden Jahren modulartig wachsen. Die Grundschul-Kinder bekommen so eine Vorstellung vom Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Jedes beteiligte Kind findet im Prozess des Planens, des Bauens und der Bedienung der Anlage seinen individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend eine Erweiterung seiner Kompetenzen.